Was ist guter Wein? - Ein geschmackvolles Drama in drei Akten!

Liebe Weinfreunde,

immer wieder kommen Kunden zu uns, die "einen guten Wein suchen". Sie sehen uns dann oft mit einem Blick an, der soviel bedeutet wie "Ich hab Ihnen jetzt alles gesagt, was Sie wissen müssen - und jetzt legen Sie mal los!" Nicht selten erkennen wir auch ein geradezu erleichtertes Lächeln im Gesicht der Wein-Suchenden. Und das können wir sogar verstehen. Denn gerade dann, wenn es sich bei der "guten Flasche" um ein Geschenk handeln sollte, ist man ja froh, die schwere Bürde der Verantwortung bei der Suche nach eben jenem Wein an den Profi abgegeben zu haben. Und damit sollen dann im schlimmsten Fall WIR gemeint sein.

Wie wir das jetzt meinen, fragen Sie sich? Nun, wenn man Erfahrung mit und im Umgang mit Wein als Maßstab nimmt, dann sind wir in der Tat das, was man einen Profi nennen könnte. Aber Achtung: der Kunde hat uns gegenüber einen immensen und nicht zu verachtenden Vorteil: er kennt die Person/den zu Beschenkenden! Wir nicht. Dieser Punkt ist aber gerade bei der Suche nach einem "guten Wein" von großer Bedeutung. Denn natürlich könnten wir es dem Kunden jetzt einfach machen, unser charmantestes Lächeln aufsetzen, die teuerste Flasche Wein aus dem Regal nehmen und sie dem Kunden fest in den Arm drücken. Die Worte "Nehmen Sie diesen Wein! Ist zwar etwas teurer, aber definitiv ein richtig guter Wein!" würden dann nur noch zusätzlich unseren höchst überzeugenden und überaus kompetenten Gesichtsausdruck unterstreichen. 

Aber ganz ehrlich: würde das bei Ihnen Vertrauen erwecken? Muß guter Wein unbedingt erst teuer sein, damit er sich "gut" nennen darf? Nein, eindeutig nicht. Aber die Frage, was denn guter Wein sei, fördert bei der bekanntesten Suchmaschine fast 60 Millionen (!) Ergebnisse zu Tage. Woran man guten Wein erkenne. Was den Unterschied zu anderen Weinen ausmache. Was guter Wein kostet. Und woher guter Wein überhaupt kommt. Die vielen wirklich ausführlichen Antwortversuche zeigen, dass das ein Thema ist, das viele Menschen interessiert. Aber was ist denn jetzt eigentlich ein "guter Wein"? Und gibt es im Gegensatz dazu auch richtig schlechte Weine?

 

Regel No 1: Wein ist Geschmackssache

Den ersten Versuch für eine gute Antwort möchten wir gleich jetzt machen: ein Wein ist dann gut, wenn er Ihnen persönlich gut schmeckt! Punkt. - Wie? Das war´s schon? So einfach ist das? Ja, eigentlich schon - und gleichzeitig öffnet diese Aussage die gefürchtete Büchse der Pandora. Denn: was schmeckt mir eigentlich? Sollten Sie jetzt kurz innegehalten haben und dann gedacht haben "Primitivo schmeckt mir, ganz einfach" oder "Ein guter Bordeaux ist für mich nie verkehrt", dann sind Sie schon eine Stufe höher in Sachen Selbst-Erkenntnis, wie viele andere.

Hier ist auch schon die Antwort auf die zweite Frage gegeben: richtig schlechte Weine gibt es heute eigentlich nicht mehr. Durch moderne Ausbaumethoden, der Handwerkskunst der Winzer, der jahrelangen Erfahrung mit den  Besonderheiten der Jahrgänge und des Klimas ist es heute möglich, aus jedem Jahrgang einen ordentlichen Wein machen zu können. Ob der dann den Qualitätsansprüchen des Weinguts genügt, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Es gibt also weniger "schlechte Weine" als vielmehr den "falschen" Wein im Glas. Und hier kommen SIE wieder ins Spiel.

Grundsätzlich muß man seinen eigenen Geschmack zunächst einmal kennenlernen - wie einen guten Freund. Was gefällt mir an meinem Wein? Wie sollte er sein? Trocken, halbtrocken, lieblicher oder sogar süß? Leichter oder kräftiger oder besser noch so wuchtig, dass ich ihn fast kauen kann? Soll er fruchtig sein oder eher Holznoten zeigen? Mag ich erdige Noten, Schokolade, Vanille, Waldbeeren, Kirsche - ach nee, gegen Kirschen bin ich ja allergisch -, Wachholder, Birne, Pflaumen oder fühle ich mich erst beseelt, wenn der Wein nach Zitrone und Ginster riecht, nach exotischen Früchten oder süßen Bonbons, nach Rauch und Torf, Speck, und Röstnoten - oh, jetzt sind wir zu sehr ins Whisky-Thema abgedriftet.

Aber es geht noch weiter: soll es ein "einfacher" Wein sein oder etwas intensives, facettenreiches. Was das heißt? Nun, soll der Wein ein einfaches Geschmacksbild haben, dass morgens wie abends, Montags wie Sonntags, Sommer wie Winter gleich schmeckt und nur als Kumpel den Moment abrundet, in dem ich gern ein Glas Wein trinken will - oder muß(?!)? Oder darf der Wein eine Stärke besitzen, indem er sich je nach Lüftung, Temperatur und dargebotenem Essen verändert und seine Elemente immer wieder anders auspielt. Möchten Sie den Wein einfach "nur" Öffnen und trinken können, oder lieben Sie es, den Wein im Dekanter stehen zu lassen, damit sich seine Elemente auf wundersame Weise immer wieder neu zusammensetzen, je länger er steht. Ihnen stehen jetzt schon Schweißperlen auf der Stirn? Dann passen Sie mal auf, denn jetzt fahren wir zur Hochform auf.

Soll der Wein glatt am Gaumen sein, ohne Ecken und Kanten, samtig weich mit viel oder weniger Frucht im Nachhall. Soll der Wein überhaupt einen Nachhall haben, den Sie merken, oder möchten Sie dem Wein lieber nicht das letzte Wort überlassen? Vielleicht mögen Sie es lieber, wenn kleine Holznoten den Gaumen kitzeln oder wenn die (Wein)Säure einen richtig wilden Tanz auf die Zunge zaubert. Soll der Wein einfach nur trocken, sehr trocken, knochentrocken oder Papyrus-trocken sein? Wenn auch nur ein Hauch süditalienische Fruchtigkeit Sie dazu verleitet, einen Wein als lieblich zu verdammen, dann ist es definitiv nicht der Richtige für Sie. 

 

Regel No 2: Respektieren Sie IHREN Geschmack - nicht den von anderen!

Nun, schon nach diesem kleinen Intermezzo ist eins klar: jeder hat seinen ganz eigenen Geschmack. Und dieser eigene Geschmack prägt die individuelle Vorstellungen eines guten Weins. Um bewerten zu können, welcher Wein für einen selbst wirklich gut ist, muß man sich also mit dem Charakter des Weins, den man mag, etwas mehr auseinandersetzen und dann die passende Beschreibung für sich zurechtzulegen. Der nächste Schritt ist aber auch sehr wichtig: akzeptieren Sie (nur) Ihren eigenen Geschmack und haben Sie Respekt vor Ihrem persönlichen Geschmack.

Was das bedeutet? Es können Ihnen hundert Fachleute erzählen, wie großartig ein bestimmter Wein ist und dass es ein guter oder sogar sehr guter Wein sei. Wenn der Wein nicht IHREM Geschmack entspricht, ist das - für Sie - kein guter Wein. Ein Beispiel: haben Sie schon von "Orange Wine" gehört? Nein? Wo leben Sie denn?!? Orange Wine ist der letzte Schrei, ein absoluter Trend, ein "must have", das kaum zu überbieten ist. Sie haben schon den einen oder anderen probiert - und konnten diesem völlig eigenen Wein-Charakter wenig abgewinnen? OK, vielleicht sind Sie ja doch kein Trendsetter - besonders, wenn Sie lieber etwas klassisches bevorzugen wie einen Gutedel Kabinett. Aber muß man denn unbedingt ein Trendsetter sein? Nein, natürlich nicht. Was bringt es schließlich, einen Wein trinken zu müssen, nur weil er angesagt ist und das Glas sich trotz aller Mühe nicht leeren möchte?!

Ein anderes Beispiel: in allen Weinzeitschriften liest man immer wieder von den großen Bordeaux Grand Cru-Weinen. Und es gibt sehr, sehr viele Menschen, die diese Weine als die besten der Welt bezeichnen würden. Aber wenn Sie eher ins Schwärmen geraten, wenn ein Cabernet Mitos Beerenauslese im Glas ist, dann sind Sie ein Liebhaber restsüß betonter Weine. Warum auch nicht? Das heißt ja nicht, dass Ihnen ein Médoc aus einem der superwarmen Jahrgänge wie 1997 oder 2003 nicht auch schmecken würde, wenn er für Sie - nach Ihrem persönlichen Geschmacksbild - ausgewählt worden ist.

 

Regel No 3: Weintrinker und Weinentdecker sollten mutig sein!

Ein guter Wein muß also erstmal nur schmecken. Und um zu wissen, was einem schmeckt gibt es nur eins: probieren. Probieren, probieren und wieder probieren. Und mutig sein.  Es ist wahrhaft einer der geschmackvollsten Fortbildungskurse, die man sich selbst verordnen kann. Und das Schönste ist: der Gaumen kann lernen! Jeder fängt mal "klein" an, ganz oft sogar mit süßeren Weinen. Irgendwann findet sich der Weg zu "anderen" Weinen, die etwas trockener sind, etwas mehr Volumen oder Charakter besitzen. Und wenn die Neugier siegt und man im Laufe der Zeit keine allzu üblen Erfahrungen gemacht hat, dann wagt man es auch, die Preisleiter mehr oder wenig nach oben zu klettern. Und jedes Mal lernt der Gaumen dazu. Umgekehrt ausgedrückt: ein Wein zu fünfzig Euro schmeckt Ihnen nicht unbedingt zehnmal besser als Ihr Wein, den Sie zu fünf Euro regelmäßiger konsumieren. Und hier sei gesagt: mit fünf Euro pro Flasche liegen Sie schon ein gutes Stück über dem Durchschnittswert einer Flasche Wein, die in Deutschland konsumiert wird!

Aber jetzt wird´s kribbelig. Der Gaumen lernt und lernt. Jeder Euro mehr, den man ausgibt, kann plötzlich einen Charakter ins Glas zaubern, den man zuvor nicht kannte - und der einem trotzdem gut gefällt. Mehr Ausdruck, mehr Nachhall, mehr Eleganz, mehr Aroma - Ihr Wertebild/die Wertigkeit eines "guten Weins" verschiebt sich. Denn jetzt stehen wir tatsächlich am Beginn einer Kausalkette, die Qualität, Preis und Geschmack gemeinsam auf eine mehrspurige (Geschmacks)Autobahn führen kann. Um hier nicht den Überblick zu verlieren - denn noch immer steht bei der Suche nach einem "guten Wein" Ihr ganz persönlicher Geschmack an erster Stelle - ersetzen wir das Wort "gut" durch "qualitativ hochwertig". Und dadurch ergeben sich für die Bewertung eines qualitativ hochwertigen Weins folgende Schlüssel-Elemente, die man individuell bewerten und berücksichtigen kann.

 

Gut zu wissen: Qualität entsteht schon durch die Ernte

Der Aufwand bei der Ernte: es versteht sich von selbst, dass es günstiger ist, einfach alles mit einer Erntemaschine zu ernten (inklusive kleinen Ästen und Laub) und die dann auf einem Förderband augebreitet per Luftdruck von den notwendigsten Nicht-Trauben-Elementen zu befreien. Der Wein wird zerquetscht und kommt dann zur Weiterverarbeitung in große Stahltanks und im besten Fall in Großraumfässer mit mehreren tausend Liter Inhalt, die mehrere Jahre nacheinander mit Wein gefüllt werden. Ihnen fehlt die Romantik von Handlese im Weinberg und die Gewölbe mit schummrigen Kerzenlicht und schönen Holzfässern? - Willkommen in der Wein-Industrie. Wenn der Preis und die Menge die größte Rolle spielen, darf der Aufwand keine hohen Kosten verursachen. Erntehelfer arbeiten natürlich genauer. Ernten ist eine Handwerkskunst. Keine Traube mit Schäden oder Krankheiten kommt in die Kübel. Aber Handlese kostet Geld. Und dreißig Prozent der Trauben im Weinberg einfach nicht zu verwenden, weil sie dem qualitativen Anspruch nicht genügen, kostet auch Geld. Und das nicht wenig. 

 

Gut zu wissen: Holzfässer prägen den Wein-Charakter - und kosten Geld!

Der Ausbau des Weins - die Sache mit dem Holzfass: Stahltankausbau oder Fass? In Sachen Kosten ist ganz klar, was günstiger ist. Fässer prägen aber den Wein auf besondere Weise, anders als das mit Stahltanks der Fall wäre. Dies ist keine Bewertung, was am Ende geschmacklich besser ist. Denn der Stahltank bringt defacto keine Röst- oder Tannin-Noten mit sich, sowie manches Holzfass. Stahltank-Weine verleihen den Weinen mitunter eine gute Spur mehr Frische. Gleichzeitig entfalten viele Weine ihren Charakter erst durch den Ausbau im Fass. Je kleiner die Fässer und je häufiger die für den Ausbau gewechselt werden, umso teurer wird das Ganze.

Mal als kleiner Anhaltspunkt: ein kleines Holzfass mit 225 Liter Inhalt kostet ca. 600,- € und hat nach 6 Monaten den Großteil seiner weinprägenden Gerbstoffe verloren - in den meisten Fällen wird der Wein dann in ein frisches Fass gefüllt, wobei ca. 10% des Weins verloren gehen. Rechnen Sie mal nach. Und auch die Holzart so wie auch das Alter des Fasses prägen den Wein ganz unterschiedlich. Schmeckt man das? Ja, diese Unterschiede schmeckt man. Und das nicht nur als Profi. 

 

Gut zu wissen: Jahrgang und Herkunft machen jeden Wein unterschiedlich!

Der Jahrgang und die Herkunft: es liegt auf der Hand, dass es in einem Jahrgang, in dem es von einem beliebten Wein weniger Flaschen gibt, ein anderer Preis erwartet werden kann, als von einem Jahrgang, in dem es reichlich Trauben gibt. Der gleiche Wein aus der gleichen Region und vom gleichen Weingut schmeckt deshalb von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich - unabhängig vom Endpreis der Flaschen. Bestimmte Regionen sind darüber hinaus bekannt dafür, dass jedes Jahr der Jahrgang, das Klima, die Traubenqualität, die Traubenreife und die Menge der abgefüllten Flaschen individuell den Geschmack eines Weins bestimmen. Kommen dann noch hohe Punktbewertungen dazu, wird der Wein schnell unerschwinglich, wenn es noch dazu wenige Flaschen wegen einer schmalen Ernte gibt. Am bekanntesten ist das bei der Region Bordeaux. Jedes Jahr warten Millionen von Weintrinkern auf der ganzen Welt auf die Veröffentlichung der Punktzahlen und die geschmackliche Bewertungen der Weine. Für viele ergibt dieses Zusammenspiel die besten Weine der Welt. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte und warum gerade in Bordeaux vor kurzem ein Erdbeben erfolgt ist, sollte unseren Beitrag "Bordeaux, Robert Parker und vom Erdbeben in der Weinwelt" lesen.

 

Gut zu wissen: nicht jeder verträgt jeden Wein ohne Nebenwirkungen! 

Und um es gleich vorweg zu nehmen: es geht hier nicht um das Glas/die Flasche zuviel. Vielmehr dreht es sich um die Verträglichkeit und gesundheitliche Aspekte: hier betreten wir jetzt dünnes Eis, denn wir kratzen fast an einem medizinischen Bereich. Viele Kunden vertragen ihre ursprünglichen Lieblingsweine nicht mehr. Sie klagen zuweilen über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Jucken an der Haut, Rötungen der Haut bis zu schwerer Übelkeit. Ursachen können (!!) hier - wenn es der Wein war - unter Umständen die Säure, die Fructose, der Schwefel oder auch das Histamin sein. Selten ist der Wein allein schuld am Unwohlsein. Merkt man aber nach einem Schluck Wein ein Kratzen oder Beißen im Hals oder im Magen, dann macht das Weintrinken einfach keinen Spaß mehr. Im Fall der Säure ist ein Umschwenken auf andere Weine mit der entsprechenden Fachberatung recht einfach. In allen anderen Fällen ist oft eine Abklärung mit dem Arzt notwendig, wenn man auf seinen Lieblingswein nicht verzichten möchte. Aber sobald mir ein Wein nicht mehr gut tut, ist er natürlich für mich auch kein "guter Wein" mehr.

 

Gut zu wissen: "Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom." (Albert Einstein)

Keine Sorge, hier geht es keineswegs um göttliche Fügung oder Religion. Aber Tradition und Philosophie haben schon so manchen (Wein)Glauben ins Wanken gebracht. Nur ein kleines Beispiel, was uns wirklich passiert ist: eine Kundin fragt nach Silvester bei uns nach einem bestimmten Secco, den sie vor Weihnachten bei uns gekauft hatte. Wir freuen uns, noch ein paar Flaschen auf Lager zu haben und gehen mit ihr zum Regal. Auf dem Weg dahin umschreibt sie blumig den Geschmack des Weins und wie gut er ihr geschmeckt habe. Wir freuten uns sehr darüber, zumal ja viele Weintrinker von alkoholfreien Weinen nicht das positivste Bild hätten. Plötzlich hält die Kundin inne. Dass der Wein alkoholfrei gewesen sei, hätte sie nicht gewusst. Es war ihr deutlich anzumerken, dass ihr dieses Detail gerade die Lust auf den Wein verdorben hat. Letztenendes haben wir sie erlöst, den Bogen geschlagen und ihr einen kleinen Südfranzosen - mit Alkohol - aus der gleichen Rebsorte verkauft. Darüber war sie sehr erleichtert, auch wenn es letztenendes nicht das war, was sie ursprünglich beabsichtigt hatte.

An nichts können sich Diskussionen leidenschaftlicher entfachen als am Thema Wein. An dieser Stelle halten wir uns deshalb vornehm zurück, denn hier könnte man allein zu diesem Punkt ganze Bücher schreiben. Weine aus traditionellen Anbaugebieten vs. Wein aus ganz modernen Weingütern mit ganz modernen Trauben-Cuvées und -Ausbaumethoden: allein diese Frage hat schon in der Vergangenheit ganze Winzer-Familien auseinandergerissen. Aber tiefste Überzeugungen wirft man eben nicht einfach von heut auf morgen um. Und wenn für Sie ein ursprünglicher Brunello Riserva, der mindestens zehn Jahre im Keller ruhen durfte, bevor man ihn vier Stunden im Dekanter atmen lassen musste, bisher das höchste der Gefühle war, eben weil man hier noch die Tannine zwischen den Zähnen spürt und weil er den Hals so angenehm austrocknet, dann werden Sie mit einem moderneren, weichen und fruchtbetonten Brunello vielleicht weniger glücklich sein.

Wenn ein Winzer mehr an die Primitivo-Liebhaber gedacht hat und dass viele Weintrinker heute gar keine Möglichkeit mehr zur längeren Weinlagerung haben - und es darüber hinaus auch gar nicht mehr wollen -, dann wird er seinem Wein einen ganz anderen Schliff verleihen. Ganze Weinregionen, die sich auf die Weintrinker der "älteren" Generationen spezialisiert haben und deren Vorlieben ganz genau kennen, geraten heute böse ins Straucheln und Stolpern, weil der "jüngere" Weinkonsument um die fünfunddreißig heute ganz andere Ansprüche und Vorstellungen hat.

Das Thema Philosophie eckt dann auch gleich an mehreren Punkten an, denn wo für die einen (seitens der Weingüter wie auch der Weinkenner) der Grundsatz des Chianti Classico Qualitätsstatus, des Grand Crus und der "Arbeit mit dem Wein" in Sachen Lagerung, Lüftung und der Verwendung des passenden Weinglases an oberster Stelle ausschlaggebend für "einen guten Wein" sind, konsumiert die "Handy-Generation" viel schneller, unkomplizierter und zwangloser. Dafür spielen für diese Gruppe Dinge wie biologischer Ausbau, eine ausgeglichene CO2-Bilanz bei der Erzeugung sowie ein fairer Arbeitslohn sowie Arbeitssicherheit für die Menschen in den Weinbergen eine viel größere Rolle.

Und während in den Traditionsgebieten viele Weinproduzenten noch nicht einmal eine eigene Webside, geschweige denn einen Social Media-Auftritt besitzen (weil ihre Zielgruppe das ja ohnehin alles gar nicht braucht und nutzt, wie man meint), legen die Weinkonsumenten der aufstrebenden Weingenießer-Schicht großen Wert auf Transparenz, Kommunikation und eine Online-Verfügbarkeit der Produkte - die sogenannte Omnipräsenz, die durch Corona sogar noch schneller und stärker im Wert gestiegen ist als zuvor.

Mit anderen Worten: nicht nur der Wein an sich wird heute bewertet, sondern auch, ob das Weingut eine gute Präsenz auf den verschiedenen Kanälen aufgebaut hat, wie vertrauenswürdig und auch sympathisch es wirkt. Hier spielt unter anderem das Design des Etiketts, die Verschlußart und sogar die Flaschenform eine nicht zu verachtende Rolle. Getreu dem Motto "der Wein ist OK, aber die Flasche sieht furchtbar aus". Allein daran erkennt man schon die Herkulesaufgabe, die ein Weingut heute stemmen muß, um beide "Parteien" bedienen und zufriedenstellen zu können.  

 

Wir bringen es auf den Punkt!

Wir kommen zum Fazit: guter Wein muß schmecken, und jedem schmeckt etwas anderes. Ein qualitativ hochwertiger Wein wird unter höheren Kosten produziert, was sich in der Regel auch an einem höheren Flaschen-Preis feststellen läßt. Traditionelle Vorstellungen und moderne Ansprüche prallen bei der Diskussion über "guten Wein" gern und heftig aufeinander. Aufwendig produzierte Flaschen bieten einem "geübten Gaumen" in den meisten Fällen mehr Geschmacks-Erlebnisse, setzen aber auch Fingerspitzengefühl und ein gewisses Grundwissen im Umgang mit solchen Weinen voraus. Und auch der eigene Geschmack ändert sich im Laufe der Zeit in Abhängigkeit von geschmacklichen Ansprüchen, gesundheitlichen Aspekten und neuen Erfahrungswerten.

Mit anderen Worten: die Suche nach einem "guten Wein" ist ein sehr lebendiges und abwechslungsreiches Thema. Wir haben bei Jacovin deshalb immer den Anspruch, unsere Kunden auf Augenhöhe zu begegnen und sie genau dort abzuholen, wo sie mit ihrem ganz persönlichen Weingeschmack, ihren Wein-Vorlieben und -kenntnissen stehen. Da wir unsere Weine und auch die Winzer persönlich ganz genau kennen, können wir auf all die kleinen Details eingehen, die wir in diesem Beitrag aufgeführt haben. So erfahren wir genau, was unserem Kunden - also Ihnen - bei einer "guten Flasche Wein" ganz besonders wichtig ist. Dann einen "Aha"-Effekt zu zaubern, ist einfach das Größte für uns. 

***

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